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Die weiblichen Bonobos, die die Männchen mit Intelligenz und Kooperation dominieren.

29 April, 2025

Eine neue Studie zeigt, wie die Weibchen von Bonobos durch strategische Allianzen die soziale Kontrolle aufrechterhalten.

In der faszinierenden Welt der Bonobos bestimmen Größe und Stärke nicht, wer das Sagen hat. Obwohl die Männchen größer und stärker sind, sind es überraschenderweise die Weibchen, die oft die soziale Dynamik ihrer Gruppe dominieren. Dieses Phänomen ist auf eine geniale Strategie zurückzuführen, die Wissenschaftler perplex gemacht hat, die entdeckt haben, dass die weiblichen Bonobos Kooperation nutzen, um ihre männlichen Gegenstücke zu übertreffen.

Eine aktuelle Studie von Forschern der Harvard-Universität und des Max-Planck-Instituts hat das Geheimnis hinter diesem ungewöhnlichen Matriarchat entschlüsselt. Anstatt auf rohe Gewalt zurückzugreifen, bilden die Weibchen Allianzen, um sich den Männchen entgegenzustellen und so ihre Machtposition zu sichern. In beeindruckenden 85 % der analysierten Konflikte setzten sich die Weibchen gegen isolierte Männchen durch und bewiesen damit die Wirksamkeit ihrer Strategie.

Die Allianzen in Aktion

Die Wissenschaftler analysierten insgesamt 1.786 Konfliktereignisse in Bonobo-Reservaten in der Demokratischen Republik Kongo, dem einzigen Ort, an dem diese Primaten in freier Wildbahn leben. Über einen Zeitraum von 30 Jahren wurden sechs verschiedene Gemeinschaften beobachtet, wobei sich zeigte, dass die Weibchen, obwohl sie kleiner und weniger stark sind, sich in Bedrohungssituationen schnell zusammenschließen. Wenn beispielsweise ein Männchen versucht, ein junges Weibchen einzuschüchtern, kommen ältere weibliche Bonobos zur Rettung, verfolgen den Angreifer und machen viel Lärm.

Dieses Verhalten ist bemerkenswert, da die Weibchen oft aus verschiedenen Gemeinschaften stammen, nicht zusammen aufgewachsen sind und daher nicht die gleichen Bindungen haben wie die Männchen, die dazu neigen, in ihrer Geburtsgruppe zu bleiben. Trotz dieser Umstände gelingt es ihnen, fast sofort Koalitionen zu bilden, was ein Gefühl von Gemeinschaft zeigt, das die Erwartungen herausfordert.

Laut Martin Surbeck, einem der Hauptforscher, liefert diese Entdeckung den ersten Beweis dafür, wie weibliche Solidarität die typischen Machtstrukturen in vielen Säugetierarten verändern kann. Die Weibchen der Bonobos erhöhen nicht nur ihren eigenen sozialen Status, sondern stellen auch die Vorstellung männlicher Dominanz in Frage.

Trotz der positiven Ergebnisse für die Weibchen warnen die Forscher, dass die Vorstellung von einer totalen Dominanz der Weibchen eine Vereinfachung ist. Die Machtverhältnisse unter den Bonobos können zwischen den Gemeinschaften variieren, und obwohl die Weibchen oft gewinnen, gibt es auch Gelegenheiten, bei denen die Männchen im Kampf um die Kontrolle überwiegen.

Barbara Fruth vom Max-Planck-Institut stellt klar, dass es genauer ist zu sagen, dass die Weibchen innerhalb ihrer Gesellschaft einen erhöhten Status genießen, anstatt von absoluter Dominanz zu sprechen. Diese Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Communications Biology, eröffnet neue Forschungsansätze zum sozialen Verhalten von Primaten und zur Bedeutung der Kooperation unter Weibchen.

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