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Die erstaunliche Operation, die einen Zahn verwendet, um Blinden das Sehen zurückzugeben

17 März, 2025

Entdecke, wie die Osteo-Odonto-Keratoprothese Leben verändert, indem sie das Sehen durch einen Zahn wiederherstellt.

Es mag wie aus einem Science-Fiction-Film erscheinen, aber die Osteo-Odonto-Keratoprosthesis, oder OOKP, ist eine echte chirurgische Technik, die seit den 60er Jahren angewendet wird. Entwickelt vom italienischen Augenarzt Benedetto Strampelli, nutzt diese innovative Operation ein Stück Zahn des eigenen Patienten, um das Sehen in extremen Fällen von Hornhautblindheit wiederherzustellen.

Obwohl die Idee seltsam erscheinen mag, macht sie tatsächlich Sinn. Die Technik besteht darin, ein „Fenster“ an der Vorderseite des Auges zu schaffen, indem die beschädigten Bereiche ersetzt werden. Der Zahn wird zu einer idealen Stütze für diesen Eingriff, da er eines der widerstandsfähigsten Gewebe im menschlichen Körper ist. Außerdem wird das Risiko einer Abstoßung erheblich verringert, da es sich um Material des eigenen Patienten handelt.

Wie wird das Verfahren durchgeführt?

Dieses Verfahren ist für sehr spezifische Fälle reserviert: Patienten mit schwerer Blindheit an der Hornhaut, verursacht durch Autoimmunerkrankungen, chemische Verbrennungen oder schwere Traumata. Diese Personen haben jedoch immer noch eine gesunde Netzhaut und gesunde Sehnerven im hinteren Teil des Auges, was für die Wirksamkeit der Operation entscheidend ist.

Der Eingriff erfolgt in mehreren Phasen. Zunächst entnehmen die Chirurgen einen Zahn – in der Regel einen Eckzahn – zusammen mit einem Teil des Kiefers. Dieses Fragment wird in Form einer Platte geformt und in der Mitte durchbohrt, um eine spezielle Linse einzusetzen.

Bis hierhin scheint es, als würden wir im Bereich der Zahnmedizin bleiben, aber hier wird die Geschichte überraschend: Der modifizierte Zahn wird an der Wange des Patienten genäht. Diese Phase zielt darauf ab, dass das Gewebe des Mundes den Zahn umhüllt und nährt, wodurch eine robustere biologische Struktur entsteht, die weniger anfällig für Abstoßungen ist.

Nach drei Monaten „Unterbringung“ in der Wange kommt der entscheidende Moment: Der Zahn-Linse wird entfernt und im Auge implantiert, um die beschädigte Hornhaut zu ersetzen. Ein kleines Loch in der Schleimhaut ermöglicht es dem Licht, einzutreten, wodurch das Sehen des Patienten wiederhergestellt wird.

Es ist wichtig zu betonen, dass das Sehen nicht zur Normalität zurückkehrt. In der Regel haben die Patienten ein eingeschränkteres Sichtfeld, als ob sie durch ein Schlüsselloch schauen würden. Außerdem erhält das Auge ein anderes Aussehen, da das Gewebe, das die Iris umgibt, von der Mundschleimhaut überzogen wird, was ihm einen rosafarbenen Ton anstelle des üblichen Weiß verleiht. Es ist jedoch möglich, diesen Bereich mit einer ästhetischen Prothese zu bedecken.

Obwohl diese Operation seit Jahrzehnten existiert, ist sie kein gängiges Verfahren. Ihre Komplexität und die Spezifität der Fälle machen ihre Durchführung selten. Der Prozess ist langwierig und kann Monate dauern, bis eine visuelle Genesung erreicht wird.

Dennoch sind die Ergebnisse in der Regel zufriedenstellend. Eine Studie aus dem Jahr 2022 analysierte 82 Augen von 59 Patienten, die zwischen 1969 und 2011 operiert wurden, und stellte fest, dass 94 % der implantierten Zähne stabil blieben. Viele Patienten berichten, dass sie ihre täglichen Aktivitäten wieder aufnehmen und sogar Sport treiben konnten.

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