Jüngste Forschungen haben die Ruinen einer 600 Jahre alten Stadt des zapotekischen Volkes ans Licht gebracht, einer indigenen Gruppe, die im Tal von Oaxaca im Süden Mexikos lebte. Diese erstaunliche Entdeckung wurde durch eine hochmoderne Technik namens LiDAR gemacht, die eine präzise Kartierung der Topografie mithilfe von Lasern ermöglicht.
LiDAR, was für Light Detection and Ranging steht, verwendet einen Sensor, der an Flugzeugen oder Hubschraubern montiert ist, um Millionen von Lichtimpulsen zur Erde zu senden. Indem die Zeit gemessen wird, die die Strahlen benötigen, um zurückzuschlagen, können die Forscher versteckte Strukturen unter der dichten Vegetation identifizieren. Diese Methode war auch in anderen archäologischen Studien weltweit, sogar im Amazonasgebiet, entscheidend. Jetzt wird diese Technologie sogar in einigen Tablets und Smartphones eingesetzt.
Die Stadt Guiengola und ihre Geschichte
Die Stadt, bekannt als Guiengola, wurde zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert gegründet und liegt in der Nähe des Pazifischen Ozeans. Obwohl bereits Wissen über ihre Existenz durch historische Aufzeichnungen bestand, hatten frühere Ausgrabungen bis jetzt nicht ihre Ruinen enthüllen können. Mit dem Einsatz von LiDAR konnte eine Fläche von 360 Hektar kartiert werden, die mehr als 1.100 Gebäude, vier Kilometer Stadtmauern und einen Fluss, der die Stadt umgab, offenbarte.
Guiengola war kein kleines Siedlung; man schätzt, dass sie mindestens 5.000 Einwohner beherbergte. Die Stadt verfügte über ein gut geplantes Straßennetz, Tempel und Gemeinschaftsbereiche, die Platz für soziale Aktivitäten boten. Darüber hinaus deuten die Funde darauf hin, dass die zapotekischen Eliten in von der allgemeinen Bevölkerung getrennten Zonen lebten.
Eine der faszinierendsten Strukturen ist ein 2.250 m² großes Areal, das als Wohnsitz der Stadtführer angesehen wird. Guiengola war etwa 150 Jahre lang bewohnt, bis sie kurz vor der Ankunft der Europäer in der Region im Jahr 1521 aufgegeben wurde.
Die Zapoteken befanden sich mitten in einer territorialen Expansion, die zur Eroberung des Isthmus von Tehuantepec führte, und Guiengola wurde zu einem entscheidenden Schlachtfeld in ihrem Konflikt mit den Azteken im Jahr 1497. Die durch LiDAR erfassten Strukturen, wie Steinhügel, könnten Beweise für diese Kämpfe sein, da die Azteken Steine als Waffen in ihren Konflikten verwendeten.
Jetzt plant der Forscher Pedro Guillermo Ramón Celis von der McGill-Universität, mit der detaillierten Karte der Stadt in die Region zurückzukehren und eine neue Ära der Erkundung und des Studiums des zapotekischen Erbes einzuleiten.
